Banat




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Familienbuch
Heufeld-Massdorf im Banat
1895 - 1944

Bewertung von Nicholaus Horn

Familienbuch der Katholischen Pfarrgemeinden HEUFELD-MASSDORF im Banat 1895-1944, David Dreyer, 808 N. Claremont, San Mateo, Calif 94401, USA and Karen Dalton Preston, 2777 Turtle Head Peak Dr, Las Vegas, Nevada 89135 USA, Herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft für Veröffentlichung Banater Familienbücher – AVBF, 2010: Villingen-Schwenningen. Schriftenreihe zur donauschwäbischen Herkunftsforschung Band 166, Deutsche Ortssippenbücher Band B 490, Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte D-60509 Frankfurt am Main, 414 Seiten + Karte und Ortspläne, Preis 25.-€

Bezug: Dave Dreyer, 808 N. Claremont, San Mateo, Calif 94401, USA daviddreyerddreyer@hotmail.com,
Karen Dalton Preston, 6552 Green Acres Blvd, New Port Richey, Florida 34655, USA karen@golden-hills.com
Philipp Lung, Schwarzaweg 18, D-78054 Villingen-Schweningen, Europa, philipp.lung@t-online.de

Die Autoren David Dreyer und Karen Dalton Preston legen zusammen mit dem Herausgeber eine nicht alltägliche Veröffentlichung vor. Zum einen erhält eine ehemalige Ortsgemeinschaft aus dem (heutigen serbischen) Banat ein Familienbuch in englischer Sprache zum anderen ist nicht die Ortsbesiedlung von den Anfängen bis zu einem bestimmten Jahr sondern die Zeitspanne der letzten 50 Jahre der deutschen Bewohner in ihrer alten Heimat aus vorhandenem Quellenmaterial dargestellt. Für die Zeit 1770 bis 1852 existiert bereits das Familienbuch von J. Kühn (2004). Für die Familienforschung fehlen nun die Jahre 1852 bis 1895. Der Grund hiefür, das Quellenmaterial – sprich Matrikelbücher – ist (noch) nicht zugänglich. Dafür wurden aber akribisch Quellen genutzt, die Hinweise in den bereits veröffentlichten Familienbücher der umliegenden Ortschaften, so wie Quellen, die in den USA bekannt sind, z. B. Kalender mit Namenverzeichnisse und Adressangaben.
Aus genanntem Grund tauchen notgedrungen im Familienbuch unzählige Lücken auf, d. h. fehlende Personaldaten oder einfach nur „errechnete“ Daten für angeführte Namen. Das fordert vom Leser / Nutzer einerseits Ergänzung andererseits gütige Nachsicht.

Es drängen sich die Fragen auf: Soll ein solcher ‚Lückentext’ als Familienbuch veröffentlicht werden? Kann man das noch als Familienbuch bezeichnen? Die Antwort ist eindeutig JA. Jede Lücke, die mit solch einer Veröffentlichung geschlossen wird, ist dem Familienforscher nach jahrelangem Warten eine willkommene Hilfe und wird dankbar entgegen genommen, wenn auch mit verhaltenem Groll.

Der Aufbau des Bandes entspricht den Empfehlungen zur Veröffentlichung eines Familienbuches. Im Familienteil ist eine übersichtliche Anordnung des Familienblocks mit weiterführenden Hinweisen. Sind auch die Angaben in englischer Sprache, so dürfte ein „nur“ deutschsprechender Familienforscher diese nach einem entsprechenden wohlwollenden Einlesen verstehen und die Namen und Daten für seine private Forschung entnehmen können. Entgegenkommen zeigen die beiden Autoren dadurch, dass sie die Vornamen nicht in Englische übertragen haben.

Dem Hauptteil folgen Listen. In der Auflistung der Ehefrauen sind mehr Verweise als üblich, was drucktechnisch gut gelöst ist. Das Ortsregister enthält lapidare, mehrsprachige (deutsch, englisch, ungarisch) Erklärungen. Es wird aber auf die Ortsbenennungen in der jeweiligen Landessprache verzichtet. Im Verzeichnis der Familiennamen werden auch die Mädchennamen der Ehefrauen, ja sogar die der Eltern / Mütter, die keine eigene Familiennummer haben, berücksichtigt. Damit ist der Suche sicherlich ein Dienst getan. Die Schiffspassagierliste enthält brauchbare Angaben und Hinweise für die Bewegung der Dorfbewohner auf ihrer Arbeitssuche.

Mit jeder Neuerscheinung wird die Liste der „Bereits veröffentlichten Banater Familienbücher und andere familienkundliche Quellen“ länger und gibt wissentlich dem interessierten Familienforscher eine geschlossene Übersicht der Information.

Die mühevolle Arbeit der beiden Autoren David Dreyer und Karen Dalton Preston wird durch die Veröffentlichung ihres Familienbuches belohnt. Sie verdienen Anerkennung und Dank. Sie haben einen kleinen Teil der Banater Bevölkerung vor der Vergessenheit bewahrt. Herr David Dreyer hat seiner erfolgreichen Tätigkeit als Erschließer von familienkundlichen Quellen ein weiteres umfangreiches Material hinzugesetzt und seine Verdienste vermehrt.

Dem Herausgeber ist ein ehrliches Lob für den Mut auszusprechen, den er dadurch zeigt, dass er sich für die Veröffentlichung von Familienbüchern tatkräftig einsetzt, von denen er nie weiß, ob unterm Strich mehr als ein magerer Spargroschen steht.

Das Familienbuch ist empfehlenswert, verdient Beachtung und Ergänzung.

 

Nikolaus Horn